Kirchen (allgemein)

Sowohl auf Aargauer wie auch auf Solothurner Seite besteht je eine Kirchgemeinde, die beide mit einem Pastorationsvertrag miteinander verbunden sind. Die Zusammenarbeit der beiden Kirchgemeinden ist so eng, dass nur noch Insider überhaupt wahrnehmen, dass es sich um zwei verschiedene Kirchgemeinden handelt.

Kurzer historischer Rückblick

Bereits im Laufe des Mittelalters wurde durch mehrfache und komplizierte Gebiets- und Herrschaftsabtretungen die Teilung des Erzbachtales besiegelt. Während der Teil links des Erzbaches über das Kloster Königsfelden an Bern fiel, wurde der Teil rechts des Erzbaches von der Stadt Solothurn erworben, wobei die genaue Abgrenzung verschiedener Herrschaftsrechte, wie der Gerichtsbarkeit oder des Rechts, den Pfarrer am Ort zu bestimmen, noch während Jahrhunderten strittig und zum Teil nicht mit den Gebietsgrenzen deckungsgleich waren.

Dieses Recht, den Pfarrer einzusetzen, sollte im Dorf noch für einigen Wirbel sorgen. Nachdem nämlich 1528 in Bern die Reformation eingeführt worden war, wollte die Stadt dies auch in ihren Untertanengebieten durchsetzen. Sie setzte darum ein Jahr später den Prädikanten Heinrich Brügger als Pfarrer in Niedererlinsbach ein. Der katholische Teil der Bevölkerung setzte sich dagegen zur Wehr. In der Folge setzten endlose Streitigkeiten zwischen dem reformierten Bern und dem katholischen Solothurn ein, die darin endeten, dass 1565 die heute noch bestehende reformierte Kirche in Erlinsbach AG neu gebaut wurde und die Kirche in Niedererlinsbach (heute Erlinsbach SO) definitiv den Katholiken überlassen wurde.

Mit dieser konfessionellen Grenzbereinigung war für die nächsten Jahrhunderte klar: Erlinsbach AG war reformiert, Erlinsbach SO katholisch. Die wenigen Reformierten Solothurner Erlinsbacher schlossen sich der Aargauer Gemeinde an, die das typische Leben einer zuerst bernischen, ab 1803 dann aargauischen Landgemeinde führte. Erst im Jahr 1947 wurde im Solothurn aus dem damaligen Verein der Reformierten die Kirchgemeinde Erlinsbach Solothurn gegründet. Das kirchliche Leben fand aber weiterhin grösstenteils rund um die Aargauer Kirche statt.

Heute leben die beiden Kirchgemeinden gleichberechtigt und sehr eng verbunden. Die Pfarrer werden von beiden Gemeinden gewählt, das Budget anteilmässig gemäss Steuerertrag gemeinsam bestritten. Lediglich die Gebäudeverwaltung und die Kirchgemeindeversammlungen müssen noch getrennt geführt werden.